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  • Microsoft Surface RT im Review

    Windows 8 ist laut Microsoft der wichtigste Release in der Geschichte des Unternehmens. Das erste Mal widmet sich das Redmonder Unternehmen der Touchbedienung in einer wirklich konsequenten Form. Die komplette Oberfläche wurde erneuert und die Windows 8 Oberfläche mit der von Windows Phone bekannten Kacheloptik eingeführt. Darüber hinaus bringt Microsoft Windows 8 nach den eigenen Vorstellungen auch hardwareseitig auf den Punkt mit dem Release des Tablets namens Surface. Das Surface RT in der 64 GB Version konnten wir nun ausgiebig testen und als Ergebnis präsentieren wir euch die folgende Review.

    Teil 1: Verarbeitung, Design und Hardware
    1. Verarbeitung und Design
    2. Hardware - Technische Details und Performance
    Teil 2: Software und Funktionen
    1. Desktop und Windows RT Oberfläche
    2. Arbeiten mit dem Surface
    3. Zweigeteiltes System?
    Teil 3: Apps
    1. First Party Apps
    2. Dritthersteller Apps
    3. Spiele
    Teil 4: Fazit


    Teil 1: Verarbeitung und Design

    1. Verarbeitung und Design

    Laut Microsofts Produktbeschreibung war es bei der Konzeption des Surface wichtig, gutes Aussehen und Robustheit zu vereinen. Wer das Surface das erste Mal in den Händen hält, wird sagen können: Job erfüllt. Das Surface ist äusserst hochwertig verarbeitet, sieht sehr schick aus, liegt vom Gewicht her angenehm in der Hand und vermittelt einen soliden Eindruck. Microsoft produziert das Surface in einem speziellen Magnesium Gehäuse mit dem Namen VaporMg. Dieses Material soll leichter und widerstandsfähiger als Aluminium sein. Bei unserem Testgerät, welches Microsoft an unterschiedliche Redaktionen versendet, konnte ich trotz einiger Nutzung im Vorfeld weder auf dem Gehäuse noch auf dem Display Kratzer oder Gebrauchsspuren entdecken.

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    Das Besondere am Surface ist der sogenannte Kickstand, der Standfuss an der Gehäuserückseite. Mit einem einfachen Klick wird er ausgeklappt, um das Gerät auf den Tisch oder auf dem Schoss abstellen zu können. Dabei lässt sich der Kickstand nur in einem bestimmten Winkel nutzen. Das Design des Tablets wird aber nicht gestört, denn der Kickstand liegt im eingeklappten Zustand eng am Gehäuse und verursacht weder Lücken noch Spaltmasse. Auch die Verarbeitung des Klappmechanismus ist gelungen. An unserem Testgerät funktionierte das Auf- und Zuklappen tadellos. Inwieweit diese Mechanik anfällig für einen Defekt ist, kann man abschliessend nach einem zweiwöchigen Test nicht sagen. Insgesamt sorgt die robuste Verarbeitung aber eher für einen positiven Eindruck, als dass man sich Sorgen bei der Benutzung des Kickstands machen würde.
    Die Touch oder Type Cover des Surface werden per magnetischer Andockvorrichtung an das Gerät angeschlossen. Die Magnete sind äusserst stark und bieten eine dementsprechend sehr gute Verbindung zwischen Cover und Gehäuse. Etwas enttäuschend, was die ansonsten tadellose Verarbeitung des Surface anbelangt, war dann ein Produktionsfehler, der sich auch an unserem Testgerät zeigte. Bei ungefähr 5.000 Geräten der ersten Produktionscharge wurden die Magnete nicht ausreichend verklebt. So löste sich beim Wegklicken des Type Covers plötzlich der rechte Magnet ab, wie ihr auf dem entsprechenden Foto erkennen könnt. Diesen Produktionsfehler soll Microsoft mittlerweile im Griff haben und die betroffenen Geräte sollen anstandslos über den Microsoft Store getauscht worden sein.

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    Vom Design her entschied sich Microsoft für ein Tablet im Querformat, schliesslich soll das Surface die Konzeption der Software hardwareseitig auf den Punkt bringen. So wischt man bereits bei Windows Phone per "Swype" von rechts nach links und nicht anders ist es auch bei Windows 8. Die Windows 8 Startoberfläche ist waagerecht aufgebaut, wodurch das 16:9 Design des Surface die einzige richtige Entscheidung ist. Während das Design vom Format her auffällt, ist die restliche Optik sehr schlicht gehalten. Das Magnesiumgehäuse ist in Schwarz (Dunkeltitan) gehalten und auch die schwarze Vorderseite durchbricht nur das neue weisse Windows Logo.
    Wenn man bedenkt, dass Microsoft mit dem Surface das erste eigens entwickelte Tablet auf den Markt bringt, so ist man doch erstaunt, wie ausgezeichnet es vom Design und der Verarbeitung her überzeugen kann. Einziger Wermutstropfen bleibt die ungenügende Verklebetechnik des Magnets bei unserem Testgerät, welche mittlerweile aber nicht mehr vorkommen soll.

    2. Die Hardware - Technische Details und Schnittstellen

    Details Surface RT 64 GB
    Gehäuse Abmessungen: 27.46 x 17.20 x 0.94 cm
    Gewicht: Unter 0.680 kg
    Gehäusematerial: VaporMg
    Farbe: Dunkeltitan
    Tasten: Lautstärke, Ein-/Ausschalttaste
    Speicher 32 oder 64 GB
    Display 10.6 Zoll ClearType HD-Display
    Auflösung: 1366 x 768
    Seitenverhältnis: 16:9 (Breitbild)
    Fingereingabe: 5-Punkt-Mehrfingereingabe
    CPU und RAM NVIDIA TEGRA3 QuadCore CPU 1.3 GHz
    Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
    Drahtlosverbindung WiFi (802.11a/b/g/n)
    Bluetooth 4.0-Technologie
    Akku 31.5 Wh (Wattstunden)
    Kameras Zwei HD-Kameras mit 720p, vorne und hinten
    Audio Stereolautsprecher
    Zwei Mikrofone
    Anschlüsse Standard-USB 2.0
    microSDXC-Kartenleser
    Kopfhörerbuchse
    microHD-Videoausgang
    Coveranschluss
    Sensoren Umgebungslichtsensor
    Beschleunigungssensor
    Gyroskop
    Magnetometer


    Ein satt ausgestattetes Tablet bringt Microsoft mit dem Surface RT auf den Markt. Wie sich die Hardware schlägt, habe ich nicht im Labor oder mit Benchmarks getestet. Vielmehr berichte ich hier nach zweiwöchiger Nutzung des Surface im Alltag, wie sich das Tablet schlägt. Zum Einen ist ein solches Testverfahren näher dran an dem, was die Benutzerinnen und Benutzer wirklich interessiert und zum Anderen divergieren Benchmarkwerte recht häufig mit der Wirklichkeit.
    Das Display bietet mit einer Auflösung von 1366 x 768 eine tolle Schärfe beim Surfen, Bilder und Videos Betrachten. Insbesondere die Farbdarstellung konnte überzeugen. Die Displayhelligkeit kann auf automatisch oder manuell eingestellt werden, wobei ich die manuelle Einstellung im unteren Drittel des Schiebereglers wählte, da das Display ansonsten recht hell strahlt. Für alle ist in jedem Fall die richtige Helligkeitsstufe einstellbar. Die Erkennung der unterschiedlichen Touchgesten erfolgte ebenfalls tadellos. Sowohl bei der Appnutzung als auch beim Arbeiten im Desktopmodus erkannte das Surface alle Toucheingaben äusserst präzise.
    Der 1.3 GHz QuadCore Prozessor von NVIDIA leistet gute Arbeit. Ruckler oder starke Performanceeinbrüche konnte ich nicht beobachten. Auch bei mehreren offenen Apps arbeitet das Surface angenehm performant. Längere Bedenkzeiten ergaben sich manchmal im Store und beim Aufrufen vereinzelter Apps. Wer das Surface RT in der entsprechenden Zielgruppe nutzt, also hauptsächlich surft, Emails schreibt, Apps nutzt und das eine oder andere Spiel spielt, der wird vom Prozessor und dem verbauten Arbeitsspeicher nicht im Stich gelassen.
    Microsoft verbaut im Surface RT einen 31.5 Wattstunden liefernden Akku. Mit einer Akkuladung kommt man unterschiedlich lange aus. Bei einer normalen Nutzung im Alltag mit dem Gebrauch einiger News Apps, Surfen, Mailen und etwas Spielen sind recht angenehme zwei Tage Akkulaufzeit drin. Nutzt man das Surface stärker, beispielsweise am Wochenende oder im Urlaub, so kommt man immer auf mindestens zehn bis zwölf Stunden Akkulaufzeit. Natürlich belasten Newsapps oder der Internet Explorer den Akku weit weniger als Spiele oder HD Videos. Wer also gerade letztere Kategorien viel nutzt, wird eventuell bereits nach acht Stunden die Steckdose aufsuchen müssen. Alles in allem überzeugt mich die Laufzeit des Surface absolut.
    Die beiden verbauten HD Kameras zum Einen an der Vorder- und zum Anderen an der Rückseite des Gehäuses sind durchschnittlich. Als WebCam reicht die Frontkamera absolut aus. Wer aber mit dem Surface Bilder machen will oder gar Videos, muss mit recht dürftigen Ergebnissen rechnen.
    Für ein Tablet verfügt das Surface RT über einige interessante Schnittstellen. An der rechten Seite des Geräts befinden sich ein USB Anschluss sowie ein microHDMI Anschluss. Das Anschliessen von USB Sticks, externen Festplatten, DigiCams oder Druckern ist also problemlos möglich. Per HD Adapter, der extra zu erwerben ist, lässt sich der Inhalt des Surface auch auf einem beliebigen TV Gerät darstellen.

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    Teil 2: Software und Funktionen

    1. Desktop und Windows RT Oberfläche

    Windows 8 erscheint in zwei Ausführungen. Auf dem Surface RT ist Windows RT installiert. Das bedeutet, dass man keine "normalen" Programme installieren kann, sondern auf Apps des Stores angewiesen ist. Neben der Startseite in der Windows 8 Kacheloptik bietet das Surface RT auch die gewöhnliche Desktopansicht, die man von Windows seit Jahren gewohnt ist.
    Die Startseite von Windows 8 kann individuell gestaltet werden. Die Kacheln können je nach Vorliebe angeordnet werden und auch das Erstellen von unterschiedlichen Gruppen mit entsprechender Benennung ist möglich. Vorteil dieses Kachelsystems ist natürlich die individuelle Anpassung an die eigenen Bedürfnisse. Je nach Vorliebe ordnet man sich die Apps und Anwendungen so an, wie man sie im Alltag nutzt. Live Kacheln zeigen, wie bereits von Windows Phone gewohnt, auf der Oberfläche einige Informationen an. Das aktuelle Wetter, Kalendereinträge oder Eilmeldungen der News App sind schnell und auf einen Blick ersichtlich. Diese Live Aktualisierungen sind natürlich in den Einstellungen einer jeden App einstellbar und können zu jeder Zeit auch deaktiviert werden. Neu installierte Apps werden auf der Startseite einfach angehängt und können dann je nach Wunsch zugeordnet oder auch von der Startseite entfernt werden. In der Übersicht "Alle Apps" findet man, wie der Name schon sagt, alle installierten Apps, also auch diejenigen, die nicht auf der Startseite abgelegt sind. In dieser Übersicht befinden sich auch die Systemanwendungen von Windows RT, also auch die Systemsteuerung, der Taskmanager und weitere klassische Windows Optionen.
    Der Desktop ist ebenfalls integriert und fungiert beim Surface grundsätzlich als Datenverwaltungsoberfläche. Ordnerstrukturen anlegen, Dateien verschieben und dergleichen ist wie bei Windows gewohnt zu erledigen. Den Desktop kann man natürlich per Touchbedienung steuern. Microsoft hat diesen aber nur unzureichend an die Bedienung mit Fingern angepasst. Zwar erkennt das Surface alle Eingaben sehr genau, aber bestimmte Symbole oder Optionen in der klassischen Windows Oberfläche sind einfacher mit dem Mauszeiger zu erreichen. Somit empfiehlt es sich, im Desktopmodus das Type oder Touch Cover anzuschliessen, um mit dem Mousepad und Mauszeiger den Desktop zu steuern. In meiner konkreten Verwendung stellte sich irgendwann ein duales System heraus. Ich arbeitete mit dem Type Cover an einem Text und nutzte neben dem Mousepad auch den Touchscreen.

    2. Arbeiten mit dem Surface

    Das Arbeiten mit dem Surface macht einfach nur Spass. Mit diesem Satz ist meine Testphase, die genau zwei Wochen andauerte, am Besten umschrieben. Natürlich will ich euch nicht vorenthalten, wieso das so ist. Windows 8 funktioniert erst so richtig mit der Touchbedienung. Wer das Surface das erste Mal nutzt, muss sich mit der grundlegenden Bedienung von Windows 8 auseinander setzen.
    Es gibt unterschiedliche Gesten, mit denen Windows 8 gesteuert wird. Wische ich mit dem Finger vom rechten Rand in den Bildschirm rein, erscheint immer das Windows 8 Optionsmenü mit den Optionen "Suchen, Teilen, Start, Geräte und Einstellungen" sowie auf der linken Seite die Uhrzeit, mit Datum, WLAN und Batterieanzeige. Je nachdem wo ich diese Geste durchführe, ändert sich auch das, was ich mit den konkreten Optionen bewirken kann. Das Suchen im Store führt dazu, dass eine App mit dem eingetippten Suchbegriff gesucht wird. Die Einstellungen ändern sich ebenfalls je nach App, die gerade geöffnet ist.

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    Wische ich vom linken Rand in den Bildschirm, erfolgt das coolste Feature von Windows 8. Geöffnete Programm kann ich so einfach wieder auf den Bildschirm werfen. Surfte ich vor einiger Zeit mit dem Internet Explorer und befinde ich mich aktuell im Kalender, so kann ich per Wisch von links nach rechts den Internet Explorer wieder in den Bildschirm werfen und weiter surfen. Das funktioniert stets flüssig und schnell. Halte ich aber den Finger auf dem Bildschirm und wische langsam in die Bildmitte, so kann ich den Bildschirm zweiteilen. Das von links nach rechts hergeholte Programm wird dann angepasst auf der linken Seite dargestellt. Während also der Kalender offen ist, kann ich beispielsweise ein Video oder den Internet Explorer oder jede andere App hereinschieben und parallel betrachten. Eine weitere Geste von links in den Bildschirm herein zeigt mir an, welche Apps noch geöffnet sind. Wische ich von links nach rechts in den Bildschirm herein, halte den Finger auf dem Bildschirm und wische dann wieder nach links zurück, so öffnet sich diese Übersicht mit den Apps, die ich nicht geschlossen habe. Das Schliessen der Apps oder Anwendungen erfolgt mit einem Wisch vom oberen schwarzen Rand zum unteren schwarzen Rand.
    Die letzte Geste öffnet je nach genutzter Anwendung Optionsmenüs. Mit einem leichten Wisch von oben oder unten in die Bildschirmmitte öffnet man beispielsweise im Internet Explorer die offenen Registerkarten. Je nach Programmierung unterscheiden sich die angezeigten Menüs.

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    Das klingt sicher etwas gewöhnungsbedürftig und braucht ein bisschen Übung. Nach ungefähr einer Stunde hat man diese Gesten aber im Griff und das Arbeiten macht einfach nur Spass, ist intuitiv und nutzt den Touchscreen in einer Form, in der das multimediale Erlebnis spürbar aufgefrischt wird. Microsoft hat mit Windows 8 ein durchdachtes Toucherlebnis geschaffen, was sich insbesondere aufgrund der unterschiedliche Gesten von der Konkurrenz unterscheidet.

    Neben den Gesten macht auch die Kompatibilität des Surface Spass beim Arbeiten. Egal ob USB Stick, DigiCam oder Drucker: Das Surface erkannte in meinem Test alles, was ich angeschlossen habe. Zwei unterschiedliche Drucker, USB Sticks, eine externe Festplatte und eine DigiCam konnten problemlos genutzt werden. Somit lässt sich das Surface in den bestehenden Technikhaushalt integrieren. Eine Anpassung der bereits bestehenden technischen Umgebung ist nicht notwendig. Einschränkend muss hier aber festgehalten werden, dass sicherlich nicht alle Drucker unterstützt werden, sondern nur die, die einen entsprechenden Windows RT Treiber vorweisen können. Dennoch ist die Kompatibilität des Surface eine der grossen Stärken des Geräts. Äusserst positiv fällt auch der microSD Kartenslot auf, der sich unter dem Kickstand verbirgt. Der Speicher des Surface kann somit auch per microSD Karte erweitert werden. Es stehen also zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, den Speicher des Surface zu erweitern, wodurch auch der Kauf der 32 GB Version eine Option darstellen kann.

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    Das Arbeiten mit dem Surface wird auch durch die Type und Touch Cover erleichtert. Das Touch Cover bietet eine "aufgemalte" Tastatur ohne echte Tasten, mit der es sich gewöhnungsbedürftig tippen lässt. Für die eine oder andere Email oder den einen oder anderen Brief ist das Touch Cover ausreichend. Wer aber längere Texte tippen will, sollte zum Type Cover greifen. Dieses bietet richtige Tasten und schöne Anschlagpunkte. Längeres Tippen ist problemlos bequem möglich.
    Selbstverständlich bietet Windows 8 auch eine Touch Tastatur, die sich in unterschiedlichen Varianten einstellen lässt. Wer das Surface gerne mit beiden Händen an den Rändern hält, kann die Tastatur teilen, sodass man mit beiden Daumen bequem schreiben kann.
    Ausbaufähig ist hingegen noch die Unterstützung des Internet Explorers 10. Beim Surfen gerät man schnell an Stellen, an denen eine Internetseite nicht korrekt angezeigt wird. Sei es, dass man Hörproben nicht konsumieren kann oder Videos nicht abspielbar sind. Häufig kommt dieser Umstand nicht vor, dennoch fällt es bei der alltäglichen Nutzung das eine oder andere Mal auf und kann den Internetspass erheblich stören. Hier muss man wohl darauf hoffen, dass nach und nach die Internetpages ihre Codes an den neuen Internetexplorer anpassen.
    Der Kickstand, die Type oder Touch Cover, das integrierte Office 2013 RT Paket und die Kompatibilität zu Druckern, USB Sticks und externen Festplatten machen das Surface zu einem Alleskönner und einem adäquaten Laptopersatz.

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    3. Zweigeteiltes System?

    Man könnte nun meinen, dass Windows RT mit der Kacheloberfläche und der Desktopoberfläche das System zweiteilen. Unter diesem Kritikpunkt nutzte ich das Surface, um gerade im Alltag festzustellen, ob ich wirklich ein Zwittersystem vorliegen habe, was mit divergierenden Einstellungen eine Nutzung erschwert.
    Und nein, Windows RT ist kein zweigeteiltes System. Wer das Surface als Tablet nutzt, wird hauptsächlich mit der Kacheloberfläche in Berührung kommen. Die Touchgesten, die Apps und die Einstellungen sind dort speziell auf die Touchbedienung ausgerichtet und funktionieren hervorragend. Will man mit dem Surface arbeiten, so wird man das Type oder Touch Cover anschliessen und über den Desktop loslegen. Ordner- und Dateiverwaltung laufen hier in den gewohnten Strukturen ab und diese Optik macht auch Sinn. Windows RT bietet nämlich mehr als ein ausschliessliches Touchvergnügen, denn es ersetzt in gewisser Weise einen Laptop, indem man Dateien so bequem wie an jedem stationären PC oder mobilen Laptop verwalten kann. Unerfahrene werden Windows RT fast ausschliesslich in der Kacheloptik nutzen, Fortgeschrittene hingegen beide Ebenen dual nutzen, ohne weiter in die Tiefen zu steigen, wohingegen im Desktopbereich all diejenigen Einstellungen gefunden werden, die Profis von einem Windows erwarten. Feste IP Adresse im TCP/IP Protokoll anlegen, kein Problem.
    Will ich aber nicht tiefgründiger eintauchen, so sind die Einstellungen, die ich über die Kacheloberfläche erreiche, absolut ausreichend. Eine Zweiteilung kann ich hier nicht erkennen, vielmehr ein "Mehr" an Möglichkeiten, was aber sicher nicht alle nutzen werden.

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    Teil 3: Apps
    1. First Party Apps und Funktionen

    Apps sind ein wichtiger Punkt in der heutigen Zeit, insbesondere bei einem System, welches nur die Installation von Apps zulässt. Der MS Store ist bereits gut gefüllt. Es gibt fast alle zwei Tage Updates meiner installierten Apps, was darauf schliessen lässt, dass die Entwicklung läuft. Die FirstParty Apps von Microsoft funktionieren alle tadellos. Die News App als erste Anlaufstelle für Nachrichten aus aller Welt ersetzt jede Tageszeitung. Die Wetter App liefert gute Ergebnisse, nur das Live Tile könnte hier besser sein. Der Kalender sowie die Mail App liefern ebenfalls sehr gute Leistungen. Mit im Lieferumfang enthalten ist Office 2013 RT, ein ebenfalls dicker Pluspunkt. Word, Excel, One Note und PowerPoint sind im Lieferumfang enthalten. Auch SkyDrive mit kostenlosem 7 GB Cloud Speicher ist verfügbar. Die SkyDrive App muss aber aus dem Store heruntergeladen werden.

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    Die Verknüpfung mit der Xbox360 erfolgt über die SmartGlass App. Spiele, die diese Funktion unterstützen, können dann Informationen auf das Surface senden. Die Smartglass App gibt es nicht nur für Windows 8 sondern auch für Windows Phone. Mit dem Surface konnte ich die Smartglass Unterstützung im Spiel Halo 4 testen. Die Verbindung mit der Xbox verläuft ohne weitere Probleme. Starte ich Halo 4, so werden mir auf dem Surface Informationen zu meinem Charakter und Statistiken angezeigt, beispielsweise welche Multiplayer Map wie oft gespielt wurde. Das Menü, welches SmartGlass bei Halo 4 anzeigte, war alles andere als überzeugend. Es ruckelte beim Scrollen und so richtig konnte mich dieses Feature auch in den weiteren Möglichkeiten erfreuen. Zwar kann ich die Xbox360 Konsole per Touchscreen des Surface steuern und Inhalte des Xbox Marktplatzes betrachten, ein richtig positiver Nutzen erschloss sich mir nicht. Die Inhalte kann ich per Controller wesentlich leichter ansteuern. Ein nettes Feature ist SmartGlass allemal, insbesondere bei Anwendungen als Navigationssystem in Rennspielen wie Forza Horizon. Einen wirklichen Kaufgrund begründet die SmartGlass App hingegen nicht.

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    2. Dritthersteller-Apps

    Wichtiger als die FirstParty Apps sind für Viele aber die einschlägigen Apps von Drittherstellern. Ich persönlich lese gerne Artikel bestimmter Nachrichtenmagazine. In dieser Sparte ist der Store bereits gut gefüllt. Ob Focus, Bild, Kicker oder Spiegel: Alles ist dabei. Auch namhafte Apps wie Amazon, Ebay, CineTrailer, Kindle oder Zattoo sind mit verfügbar. Die Qualität der Apps ist unterschiedlich zu bewerten. Die oben aufgezählten Apps laufen sehr gut, einzig und allein die Amazon App ruckelt manchmal etwas beim Scrollen. Was aber auffällt, ist die konsequente Umsetzung der Windows 8 Optik in den Apps. Alle verfügen über die Kacheloptik und die Steuerung in der Horizontalen. Keine App wirkt wie ein billiger Port aus einem anderen bestehenden Appstore. Die Ladezeiten sind ebenfalls im befriedigenden Bereich, da gibt es bei meinen getesteten Apps keine Ausfälle nach unten. Die von mir installierte YouTube App "PrimeTube" machte einen durchschnittlichen Eindruck. Hier konnte ich den ein oder anderen Absturz verbuchen.
    Insgesamt ist der Store die einzige Schwachstelle, die ich in der Windows 8 Welt ausmachen konnte. Das ist aber nicht verwunderlich, da Windows 8 erst seit kurzer Zeit auf dem Markt ist. Beispielsweise habe ich nur eine TV Magazin App gefunden, die in Form von TV Movie leider auch noch richtig schlecht ausfällt. Die bereits bestehende Appvielfalt gefällt gut und wird sicher schon gegenwärtig zufriedenstellen können.

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    3. Spiele

    XboxLive ist auch auf Windows 8 Geräten zu finden. Die Xbox Live Games ermöglichen das Freischalten von GamerScore Erfolgen, wohingegen die "normalen" Games keinen Einfluss auf die XboxLive Funktionen haben. Die üblichen Games mit Touchbedienung wie Happy Fisher HD oder Bubble Blast 2 liefen ordentlich ab. Pinball FX 2 konnte ebenfalls ruckelfrei überzeugen und auch ein Fruit Ninja im Multiplayermodus machte Spass. Was bei dem Ganzen etwas stört, ist die fehlende Verbindung zu XboxLive bei bereits gekauften Games. Ilomilo gibt es für die Xbox360, für Windows Phone und nun auch für Windows 8. Wieso man hier drei Mal zahlen muss, ist nicht wirklich nachvollziehbar.
    Als Spieleplattform sind bereits einige namhafte Titel mit dabei. Aber auch hier ist die Vielfalt nicht mit der Konkurrenz vergleichbar, was aber dem erst neuen Ökosystem geschuldet ist.

    Teil 4: Fazit

    Das Surface RT ist ein tolles Stück Technik. Das Design, das Display und die Bedienung konnten mich absolut überzeugen. Windows 8 macht erst mit der Touchbedienung so richtig Spass. Die Gesten sind gut durchdacht und die Hardware des Surface sorgt dafür, dass man das neue Windows so erleben kann, wie sich Microsoft das OS vorgestellt hat. Was mich ganz besonders überrascht hat, war die leichte Integration in meinen Alltag. Ob Abends auf der Couch oder Nachmittags am Schreibtisch, das Surface hat überall eine gute Figur gemacht. Das Drucken von Dokumenten, die Verwaltung von Bildern oder aber das Anschliessen einer DigiCam: Alles funktionierte reibungslos. Auch die Akkulaufzeit konnte überzeugen. Teilweise war das Gerät drei Tage in Benutzung, bevor es wieder an die Steckdose musste.
    Es bleiben aber auch ein paar negative Punkte. Der Verarbeitungsmangel bei der Magnetverklebung ist einer davon. Microsoft soll hier das Problem im Griff haben, dennoch erstaunte es, als der Magnet beim gewöhnlichen Abklicken des Type Covers mit aus dem Gehäuse kam. Auch ist der Store noch nicht so wie er sein soll. Die eine oder andere "Killer App" fehlt und auch ein Spiel, was insbesondere grafisch die Muskeln spielen lässt, suchte ich vergeblich. Die Integration in das Microsoft Ökosystem funktionierte ganz gut, aber die Favoriten die im Internet Explorer der Windows 8 Oberfläche angezeigt wurden, wurden ohne die bestehende Ordnerstruktur aneinandergereiht.

    Abschliessend muss man noch festhalten, dass insbesondere das Ökosystem und der AppStore in diesem Testbericht nur gegenwärtig betrachtet werden können. Hier ist mit einem weiteren Anwachsen zu rechnen und in einem Jahr könnte die Bewertung in dieser Kategorie ganz anders ausfallen.
    Wer aber ein Tablet sucht, welches durchaus als Laptopersatz fungieren kann, der ist mit dem Surface RT so gut bedient, wie mit keinem anderen Tablet derzeit auf dem Markt.


    Pro Contra
    + Ausgezeichnete Verarbeitung... - ... Unser Testgerät aber leider mit nicht ausreichend verklebten Magneten
    + Hochwertiges Magnesiumgehäuse - Nicht alle Seiten werden im Internet Explorer korrekt angezeigt
    + Exzellentes Display mit sehr guter Touchbedienbarkeit - Kameras zum Bilder schiessen untauglich
    + Gute Arbeits- und Betriebsgeschwindigkeit - App Store noch ausbaufähig
    + Windows 8 kommt mit einer ausgezeichneten Touchgestensteuerung daher
    + Lieferung inklusive Office 2013 RT Paket
    + Surface RT kann durchaus als Laptopersatz dienen
    + Sehr gute Einbindung in die bestehende Technikumgebung dank USB Anschluss und Drucker, DigiCam sowie Erkennung externer Festplatten


    Kommentare 17 Kommentare
    1. Avatar von Setter
      Setter -
      Im großen und ganzen deckt sich der Bericht mit meinen Erfahrungen.
      Eine kleine Anmerkung zum IE.
      Den IE gibt es auf zwei Arten. Einmal als APP und einmal als Desktop-Version. Zwar hat der IE die bekannten Einschränkungen von RT, es lassen sich aber die gewohnten IE-Einstellungen (Trackingschutz/Datenschutz etc.) in der Desktopvariante vornehmen.
      Die Favoriten werden lediglich in der IE-APP aneinander gereiht. In der Desktop-Ansicht des IE findet sich die gewohnte IE-Struktur des Desktop´s wieder.

      Erwähnenswert ist noch die kostenlose APP OneNote aus dem Store, die sich auch auf einem Windows8 PC nutzen lässt. Für Nutzer die zwar kein Office ihr eigen nennen, stehen so viele Funktionen und Vorteile von OneNote zur Verfügung. Vom Tablet zum PC bis rüber zum WindowsPhone.

      Die 5 Sterne hat sich der Autor verdient.
    1. Avatar von FaceOfIngo
      FaceOfIngo -
      Weitere Anmerkung zum IE, in der App Variante wird kein Flas unterstützt, in der Desktop Variante hingegen schon.
    1. Avatar von Setter
      Setter -
      Das ist so nicht richtig.
      Der Flashsupport in WindowsRT unterscheidet sich zwischen der APP und dem Desktop nicht. In beiden Browser ist der Flashumfang von der Whtitelist abhängig.

      Anders in Windows8 resp 8pro. Hier besteht voller Flashsupport im Desktopmodus

      Mit einem "Trick" lässt sich aber der Flashsupport auf RT erweitern.
    1. Avatar von pdelvo
      pdelvo -
      [...]auf der rechten Seite die Uhrzeit, mit Datum, WLAN und Batterieanzeige
      Die Anzeige befindet sich auf der linken Seite
    1. Avatar von marcelobarras
      marcelobarras -
      Super! Vielen Dank an den Autor.

      Ist beim Surface Pro das Microsoft Office 2013 Packet nicht dabei?
    1. Avatar von burgi.ch
      burgi.ch -
      Zitat Zitat von pdelvo Beitrag anzeigen
      Die Anzeige befindet sich auf der linken Seite
      Wörtchen ausgetauscht, dankeschön
    1. Avatar von hkuehne
      hkuehne -
      Zitat Zitat von marcelobarras Beitrag anzeigen
      Super! Vielen Dank an den Autor.

      Ist beim Surface Pro das Microsoft Office 2013 Packet nicht dabei?
      Nein, ist es nicht. Deswegen hab ich ja auch zum RT gegrifen, statt auf ein Pro-Surface zu warten.

      Gesendet von meinem Lumia 820 mit Board Express.
    1. Avatar von pdelvo
      pdelvo -
      Schönes Review aber ohne Visual Studio geh ich nicht aus dem Haus Deswegen wirds bei mir die Pro Variante
    1. Avatar von lumia3301
      lumia3301 -
      Danke für´s Review. Kann man denn bei Microsoft auch das Surface mit Windows RT auch mit Cyan Type Cover bestellen?
    1. Avatar von pdelvo
      pdelvo -
      Das Type Cover gibts nur in einer Farbe
    1. Avatar von lumia3301
      lumia3301 -
      Das stimmt, sry ich meinte natürlich Touch Cover
    1. Avatar von pdelvo
      pdelvo -
      Man kann es nicht zusammen bestellen, aber das Cyan Cover einzeln

      http://www.microsoftstore.com/store/...ctID.258668200
    1. Avatar von LordMM
      LordMM -
      Guter Artikel. Ich brauch auch Visual Studio und hab mir das Fujitsu Stylistic Q702 mit Windows 8 Pro bestellt ... und warte sehnsüchtig drauf.
    1. Avatar von Sir Sebbi
      Sir Sebbi -
      Ich finde als contra sollte man noch das fehlende 3g einfügen,
      damit man unabhängig von WLAN ist.
      Was nützen mir die online-Funktionen,wenn man nicht auf WLAN zugreifen kann?
      Mit einem surfstick verliert es sein gutes Stück an Handling und mit einem Smartphone verliert es unterwegs seine Unabhängigkeit.

      Ansonsten hat mir der Test gefallen umso mer freue ich mich dann auf einen surface pro test.

      PS: euch allen ein schönes neues Jahr.
    1. Avatar von Setter
      Setter -
      Es gibt auch mobile 3g Router die man einsetzen kann. Damit ist man sogar sehr flexibel.
    1. Avatar von GulDukat66
      GulDukat66 -
      Auch ich kann das Surface seit einige Wochen mein Eigen nennen und meine Eindrücke decken sich im Großen und Ganzen mit denen von Alking.
      Wirklich toll finde ich das Touch-Cover zusammen mit Office. Man kann mit dem Surface richtig arbeiten und nicht nur surfen, Musik hören oder Videos anschauen. Neuerdings nutze ich sogar OneNote. Das blieb bei mir immer ungenutzt auf der Festplatte liegen. Und Dank SkyDrive habe ich überall meine Daten. Ich fühle mich richtig wohl in der Windowswelt.

      Der Store ist wirklich noch ausbaufähig, aber soviel brauche ich gar nicht, da ja schon das meiste, das ich benötige, ab Werk vorhanden ist. Die Akkuleistung ist hervorragend. 2-3 Tage kommt man locker hin. Lästig dagegen ist die White-List für Flash-Applikationen. Dann muss man wieder zu dem Trick greifen, der ja auch hier schon im Forum genannt wurde und die White-List manuell erweitern. Insgesamt aber kann ich das Surface RT empfehlen, da es nicht nur zum Konsumieren geeignet ist, sondern auch zum Produzieren.
    1. Avatar von TiRohn
      TiRohn -
      Wow, super Review, danke für die tolle Arbeit!

      Cheers
      TiRohn


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