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  • 7Links Fernsteuerbare WLAN-IP-Kamera Pan/Tilt/Zoom - RoboCam III mit Nachtsicht und Bewegungsmelder

    Die RoboCam III ist ein Nachfolgemodell der RoboCam Storage (wir berichteten), eine fernsteuerbare IP-Kamera. Verbessert wurde jedoch nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Ausstattung. Die RoboCam III hat nunmehr dank Infrarot-LEDs einen Nachtsichtmodus. Was sie taugt und wie sie sich mit Android, Windows Phone 7 und iOS-Geräten verträgt, will ich in diesem Testbericht zeigen.

    Die RoboCam III wird hergestellt von 7Links, der Hausmarke des bekannten Versandhandels PEARL, an dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dank für die Unterstützung bei dieser Review geht. Die Netzwerkkamera wird geliefert mit gedruckter, deutschsprachiger Kurzanleitung, Netzteil, Wandhalterung mit passenden Schrauben, abnehmbarer WLAN-Antenne, zwei Meter langem Netzwerkkabel, Gummifüsschen und CD mit Installationssoftware und der Kurz- und Bedienungsanleitung im PDF-Format. Beide sind auch direkt zum Download verfügbar: Schnellstart- und Bedienungsanleitung PX-1179.

    Ausstattung und Anschlüsse
    Die Kamera selbst ist ca. 10 cm hoch, 11 cm breit wie lang und aus schwarzem Kunststoff. Um die manuell fokussierbare Linse, hinter der ein 1/4 Zoll grosser CMOS-Sensor mit 640x480 Pixel (VGA) Auflösung sitzt, einzustellen, dreht man einfach an der Halterung. Vorteil der CMOS-Sensortechnik ist die höhere Empfindlichkeit im infrarot-nahen Bereich des elektromagnetischen Spektrums. Und das kommt der Kamera zugute, denn die RoboCam III ist mit sieben Infrarot-LEDs ausgestattet, so dass sie auch bei Nacht problemlos eingesetzt werden kann. Doch dazu später mehr. Mittig auf der Vorderseite des Sockels sind zwei Signal-LEDs untergebracht: Die rechte LED blinkt Grün und zeigt an, dass die Kamera mit dem Netzwerk verbunden ist. Sie blinkt schnell bei aktivem Zugriff. Die linke LED leuchtet konstant Orange und zeigt an, dass die Kamera aktiv ist. Blinkt sie, ist zeigt das an, dass ein USB-Datenträger (auch dazu später) eingebunden ist. Die Verarbeitung wirkt gut und die Kamera macht einen guten und stabilen Eindruck.

    Die Servos der Kamera schwenken den Kopf horizontal um 330 Grad, also fast komplett im Kreis, und können sie vertikal um 105 Grad auf und ab bewegen. Sie sind sehr leise und im Vergleich zur Vorgängerin kaum zu hören. Eingebaut ist auf der Vorderseite im Sockel ebenfalls ein Mikrofon, so dass auch Ton, jedoch nur monoaural, aufgezeichnet werden kann. Auch kann ein Audiosignal ausgegeben werden, und zwar über den auf der Rückseite befindlichen 3.5 mm Klinkenanschluss. Weiter sind auf der Rückseite der Anschluss für das 12-V Netzteil zu finden, der Reset-Taster, der 10/100 MBit-Ethernet-Anschluss, die R-SMA-Antennenbuchse für WLAN (wobei der 802.11n-Standard laut Hersteller unterstützt wird, jedoch nur bis zu 54 MBit/s) und ein GPIO-Anschluss-Set (General Purpose Input Output). Dabei handelt es sich um Crimp-Anschlüsse, jeweils Ein- und Ausgang, mit dem externe Geräte geschaltet werden können bzw. mit anderen Geräten die Kamera ausgelöst werden kann. Der GPIO-Eingang wird hier mit einem high von 9-40 V Gleichstrom, zu 0 V low geschaltet. Der Ausgang wird mit einem geschlossenen Stromkreis über maximal 70 mA Wechselstrom bei maximal 350 V, oder 100 mA Gleichstrom bei maximal 240 V geschaltet, Ausgangswiderstand 30 Ohm. So kann man die Kamera etwa mit einem Bewegungsmelder im Hausflur oder der Türklingel koppeln, oder aber eine Lampe einschalten. Auf der linken Seite der Kamera ist ein USB-Anschluss zu finden, an den ein USB-Stick oder eine externe Festplatte angeschlossen werden kann.

    Inbetriebnahme
    Die Installation der Kamera erfolgt recht intuitiv. Per LAN-Kabel angeschlossen sucht die Kamera nach einem DHCP-Server, um eine IP-Adresse zugewiesen zu bekommen. Schlägt dies fehl, oder schliesst man die Kamera am eigenen Rechner direkt an, wo meist kein DHCP-Server läuft, kann die Kamera bequem mit dem auf der CD mitgelieferten und ohne Installation benutzbaren IPFinder aufgespürt und konfiguriert werden. Sobald die IP-Adresse eingestellt ist, kann die Kamera über den Browser benutzt und konfiguriert werden.

    Konfiguration
    Wird die, leider nur englischsprachige, Kameraseite im Browser aufgerufen, muss man sich erst per Benutzernamen und Passwort authentifizieren. Von Haus aus gibt es nur admin (Passwort ebenfalls admin) mit allen Berechtigungen. Es können jedoch weitere Konten auf der Kamera eingerichtet werden mit den Berechtigungsstufen user oder guest. User können die Kamera sehen und bewegen, aber keine Einstellungen verändern, Gäste nur das Bild sehen. Admins kann man jedoch keine weiteren einrichten.



    Gehen wir die Einstellungen Schritt für Schritt durch:


    Auf der ersten Seite können die grundlegenden Informationen zur Kamera, der Anzeigename und Aufstellungsort, frei angegeben werden. Ebenfalls können die Signal-LEDs ein oder ausgeschaltet werden. Das ist sehr nützlich, um so nicht nachts die blinkenden und leuchtenden LEDs zu sehen.

    Auf der nächsten Seite werden Datum und Uhrzeit konfiguriert. Hier kann die Zeitzone und die Synchronisation konfiguriert werden. Dabei kann Datum und Uhrzeit entweder vom PC übernommen, via NTProtokoll zu aktualisieren oder von Hand gestellt werden.

    Weiter sind unter User die schon geschilderten Benutzerkonfigurationen zu finden.

    Die Netzwerkkonfiguration auf der folgenden Seite umfasst zu erst die Konfiguration der Kamera-IP. Via DHCP, PPoE oder statisch können hier die nötigen Informationen eingegeben werden. Ausserdem kann ein DDNS-Account bei einem von 14 verschiedenen Anbietern konfiguriert werden, so dass bei wechselnden IP-Adressen des Internetzugangs ein gleichbleibender Hostname nach aussen sichtbar ist, über den man seine Kamera erreichen kann. Auch kann hier UPnP aktiviert werden, so dass die Kamera versucht, beim Router die entsprechenden Ports freischalten und auf sich weiterleiten zu lassen. Aktiviert man auf dieser Setup-Seite den Dienst Bonjour (mDNS), ist die Kamera von Apple-Geräten im eigenen Netzwerk einfacher auffindbar. Ebenfalls können hier der HTTP- und RTSP-Port eingestellt werden.

    Unter IP Filter können einzelne IP-Adressen oder IP-Bereiche eingegeben werden, die keinen Zugriff auf die Kamera bekommen dürfen.

    Die Wireless-Settings umfassen alle Einstellungen für die WLAN-Verbindung der Kamera. Auch kann die WLAN-Funktion hier ganz deaktiviert werden. Man kann den Namen des eigenen Funknetzwerks von Hand eingeben oder mit Site Survey alle vor Ort verfügbaren Signale anzeigen lassen und so sein Netz auswählen. Auch Ad-Hoc-Netzwerke sind auswählbar. Die Authentifizierungsmethoden umfassen von WEP bis WPA2-PSK alle gängigen Methoden, verschlüsselt mittels TKIP oder AES. Die Kamera kann hier auch so konfiguriert werden, dass sie als Hotspot funktioniert und einen drahtlosen Zugang zum Netzwerk und/oder Internet bietet. Das hier gespeicherte WLAN-Passwort wird übrigens klar lesbar angezeigt.

    Das Untermenü WPS ermöglicht es, die Kamera mittels Wireless Protected Setup zu konfigurieren. Dabei kann entweder eine PIN-Nummer der Kamera übermittelt werden, die der WLAN-Hotspot zur Verfügung stellt. Oder aber man benutzt einen USB-Stick im sogenannten PBC-Modus, auch bekannt als Windows Connect Now. Hier wird der Stick am Router oder PC eingesteckt und mit einer Datei bespielt, die einen einmal benutzbaren Code zum Herstellen der WLAN-Verbindung enthält. Der Vorteil von WPS ist sicherlich, dass man so zufällige und lange Passwörter verwenden kann, die so sehr sicher sein können.

    Die nächste Seite Pan/Tilt-Settings umfasst einen Schalter zur Kalibrierung der Motoren, sowie die Möglichkeit, für die horizontale und vertikale Bewegung die Schrittgrösse von 1 bis 20 einzustellen. Auch kann die Dauer der Auto-Patrouille von 1 bis 999 Sekunden und die Startposition vorgegeben werden.

    Unter Video/Audio kann zu erst Helligkeit, Kontrast und Sättigung des Videobildes eingestellt werden. Ebenfalls kann das Bild gespiegelt und die Bild-Frequenz sowie das Einblenden von Datum und Uhrzeit ins Videobild angegeben werden.

    Unter Video werden die Auflösung und Qualität für die beiden Videoformate MPEG4 und MJPEG angegeben, ebenso wie die Bildraten hier beschränkt werden können. Standardmässig deaktiviert, jedoch auch praktisch, kann hier auch das Video (optional auch mit Ton) im 3GPP-Format aktiviert werden, welches über das RTSProtokoll übertragen wird.

    Audio ermöglicht es, das Mikrofon auf der Vorderseite und den rückseitigen Audio-Ausgang ein oder auszuschalten sowie die Lautstärke von letzterem zu ändern.


    Unter Event Server sind die Einstellungen für automatisch ausgelöste Bild- und Videoaufnahmen zu finden. Hier werden FTP, E-Mail und NetStorage unterstützt, wobei letzteres eine normale Windows Datei- und Ordnerfreigabe (SMB) meint. FTP und E-Mail benötigen neben den Server- und Zugangsdaten ebenfalls Wahl, ob nur ein Bild, oder zwei Bilder, z.B. zwei Sekunden vor und drei Sekunden nach dem Ereignis. Schade, dass hier keine Verschlüsselungen angeboten werden. Auch kann bei Network Storage angegeben werden, wie gross die einzelnen Dateien werden dürfen und was geschehen soll, wenn die Speicherkapazität erreicht ist: Aufnahmestopp oder das Löschen der ältesten Dateien.


    Doch wozu diese Event Server nützlich sind, wird bei Motion Detect klar. Hier können zwei Bereiche im Bild frei definiert werden, in denen die Kamera nach Bewegungen oder Veränderungen sucht und damit einen Bewegungsereignis auslöst. Beide Bereiche können einzeln frei benannt und aktiviert sowie die Empfindlichkeit mittels Schieberegler konfiguriert werden. Leider geht dies nur im Internet Explorer, weil ein ActiveX-Applet benötigt wird.
    Unter Event Config kommen nun die Details hierzu und zu anderen Events. Die allgemeinen Einstellungen umfassen zuerst den Namen für die Unterordner, in denen die Bilder oder Videos gespeichert werden, sowie die Aufnahmedauer für GPIO- und Windows-Freigabe-Speicherungen.

    Als nächstes können Zeitplan-Profile eingerichtet werden, in denen die Überwachung greifen soll. Dies ist besonders nützlich, wenn man etwa einen Bereich mit der Kamera abdeckt, der zu gewissen Uhrzeiten oder Tagen normale Bewegungen aufweist, wie in einem Ladenlokal.



    Motion Event und GPIO Event sind identisch gestaltet und einfach zu bedienen. Der Event kann aktiviert oder deaktiviert und das entsprechende Zeitplan-Profil, zu dem die Events gültig sind, gewählt werden. Natürlich gibt man hier noch die Aktion an, die ausgeführt werden soll: Trigger Out, um den GPIO-Ausgang zu schalten, Save Image to USB um Aufnahmen auf den angeschlossenen Datenträger oder Record to Network Storage, um auf die Dateifreigabe anzulegen. Send Email sendet natürlich E-Mails ab und FTP Upload schickt die Aufnahmen auf den eingestellten FTP-Server. Der Schedule Trigger ermöglicht es schliesslich, zeitgesteuerte Aufnahmen zu machen.


    Unter Tools kann die Kamera auf Werkeinstellungen zurückgesetzt, neu gestartet und mit einem aktuellem Firmwareimage aktualisiert werden. Ebenfalls kann hier die Konfiguration als Datei heruntergeladen oder eingespielt werden.

    Mit USB kann der angeschlossene Datenträger ausgeworfen und der darauf verbleibende Speicherplatz angezeigt werden. Auch wird hier eingestellt, wie mit einem vollen Datenträger verfahren werden soll.

    Die letzten beiden Seiten fassen die Konfiguration kurz zusammen und zeigen ein kurzes Protokoll an, vornehmlich UPnP-Fehlermeldungen und Zugriffsfehler.


    Bedienung und Kompatibilität
    Wie lässt sich die Kamera nun benutzen und bedienen? Ganz einfach natürlich auch über den Web-Browser. Ob Microsoft Internet Explorer, Mozilla Firefox, Google Chrome oder Apple Safari, alle gängigen Browser können die Videostreams der Kamera problemlos anzeigen. Dies ist ein grosser Fortschritt verglichen mit der RoboCam Storage, wo nur der Internet Explorer dank ActiveX bewegte Bilder ausgab. Erreicht wird diese Kompatibilität nun mittels Java Applet, welches in allen Browsern ausser dem Internet Explorer geladen wird. Doch auch dies kann man ganz einfach wählen, indem man der URL z.B. .../view.cgi?profile=2 anhängt. Der Parameter profile=2 bringt den eingebauten Webserver der Kamera dazu, das Java Applet mit MJPEG-Stream zu laden. profile=0 startet das ActiveX Applet mit MPEG4-Stream, profile=1 mit MJPEG-Stream. Und mit profile=3 wird nur der MPEG4-Stream direkt im Browser eingebunden. Das ist sehr nützlich, wenn die Kamerasoftware den Browser falsch erkennt, oder man trotz IE lieber das Java Applet ausführen möchte.
    Damit haben wir also schon eine Funktion der LiveView-Seite der Kamera beleuchtet, das Umschalten zwischen MJPEG und MPEG4-Stream. Letzterer wird z.B. direkt im Browser und z.B. vom Apple Quicktime-Plugin abgespielt. Die Ansicht des live-Streams der Kamera umfasst auch den grössten Bereich des Browserfensters. Auf der linken Seite finden wir die Steuerung und, abhängig von der Berechtigungsstufe des benutzten Kontos, den Link Setup zu den Einstellungen der Kamera. Darunter ist die oben schon erwähnte Auswahl MPEG4/MJPEG zu finden und anschliessend ein Steuerkreuz zur Bedienung der Kameramotoren. Der runde Knopf in der Mitte fährt die Kamera zurück in die Ausgangsposition. Gleich danach ist eine Schaltfläche AutoPatrol zu finden, mit der die Kamera den gesamten Bereich automatisch abfährt. Daneben ist die dazugehörige Stop-Taste zu finden. Die acht darauf folgenden Schaltflächen sowie das Formular darunter sind dazu da, Kamera-Positionen vorzumerken. Damit kann man ohne langes Suchen die Kamera in eine bestimmte Perspektive fahren lassen. Auf eben diese Presets kann man auch, wie schon erwähnt, in den Einstellungen zurückgreifen, wenn man die Startposition festlegen möchte.

    Nun unterscheidet sich leider wieder der Funktionsumfang der Internet Explorer-Seite von der für andere Browser. Die Funktionen Manual Record und Snapshot zum starten einer Video-Aufzeichnung und eines Fotos direkt auf den eigenen PC, die Taste Browse um den Speicherort für diese Dateien zu bestimmen, sowie die beiden Schaltflächen Talk und Listen, mit denen über das PC-Mikrofon eingehender Ton an den an der Kamera angeschlossenen Lautsprecher weitergegeben wird bzw. die durch das Mikrofon der Kamera aufgezeichneten Geräusche am PC wiedergegeben werden, sind alle nur im IE verfügbar. Das Java Applet ist leider nicht so aufwändig konzipiert, wie das ActiveX Applet, schade. Einzig die Schaltfläche Trigger Out ist in allen Browsern vorhanden und ermöglicht es, den GPIO-Out zu schalten. Der Link Nightmode ist in allen Browsern über dem Video zu sehen und schaltet die Infrarot-LEDs eine Helligkeitsstufe höher. Im IE sind noch die Schalter 1x, 2x und 3x zu sehen, mit der ein simpler, digitaler Zoom des Videos im ActiveX-Fenster erreicht wird um so den zentralen Bildausschnitt zu vergrössern.
    Auch kann man, wenn man den Browser aus Redmond benutzt, einfach auf das Bild klicken und die Kamera zentriert den akgeklickten Bereich, anstatt das IP-Auge mühsam mit den Pfeiltasten zu bewegen.

    Nachtsicht

    Der Nachtsichtmodus wird über die Sensor-LED im Kamerakopf (die oberste rechts) selbsttätig eingeschaltet. Dann ist das Bild nicht schwarzweiss, wie oft behauptet wird, sondern weil die meisten Objekte im Infrarot-Spektrum keine Farben mehr reflektieren, erscheint es monochrom. Klar erkennbar ist das, wenn die Kamera etwa einen Bildausschnitt zeigt, in dem neben dunklen Bereichen auch normal beleuchtete Ausschnitte sind. Die sieben IR-LEDs strahlen gute fünf Meter weit, so dass man einen recht grossen Bereich auch nachts einsehen kann. Alternativ kann natürlich über den GPIO-Out ein Scheinwerfer getriggert werden: Wird eine Bewegung oder Veränderung im Nachtsichtmodus erkannt, schaltet dann die Kamera den Scheinwerfer oder eine andere Beleuchtung an und schon hat man erstens ein Vollfarbigen-Bild und zweitens auch einen noch grösseren Bereich abgedeckt.

    Bild- und Tonqualität
    Wie auf den Bildschirmfotos zu erkennen ist, ist die Bildqualität entfernt von herausragend. Natürlich muss das Bild erst manuell fokussiert werden, indem an der Fassung der Kameralinse vorsichtig gedreht wird. Ein Nachteil der CMOS-Sensortechnik ist die grosse Bildrauschengenerierung, was oftmals durch vorgeschaltete Treiber-ICs im wahrsten Sinne des Wortes weggewischt wird. Auch bei der RoboCam III ist zu vermuten, dass die Elektronik das Bild künstlich etwas verwischt, um das Bildrauschen zu reduzieren. Sie zeigt bei Standarteinstellungen ein etwas überbelichtetes Bild an und etwas blasse Farben, was man jedoch in den Einstellungen wie erwähnt korrigieren kann. Die Nachtsicht hingegen lässt nichts zu Wünschen übrig, hier zeigt sich die Stärke des CMOS-Sensors und liefert ein gutes, scharfes Bild des per Infrarot beleuchteten Bereichs. Die sieben Infrarot-LEDs tun dazu ihr Übriges. Der Ton wird nur Mono aufgezeichnet und übertragen, ist aber vertretbar, etwa mit der Qualität eines Telefongesprächs zu vergleichen. Einzig laute Geräusche wie etwa startende LKW-Motoren übersteuern das Mikrofon ab und zu mal. Die abgespeicherten Videos sind übrigens im MPEG4-Format mit 30 FPS und in voller VGA-Auflösung auf allen Speicheroptionen, wenn nicht anders konfiguriert. Fotos werden als JPG-Dateien in VGA-Auflösung gespeichert bzw. verschickt. Auch im Browser werden bis zu 30 Bilder pro Sekunde ausgegeben.

    Mobile Apps
    Die Kamera lässt sich mit diversen Programmen für Android, Windows Phone 7 und iOS ebenfalls bedienen. Das ist auch nötig, weil die Videos nur auf iOS-Geräten via 3gpp direkt (rtsp://[IP-Adresse]:554/3gp) angezeigt werden können. Dieser MPEG4-Stream jedoch kommt in einer mickerigen Auflösung von 160x120 Pixel daher.
    Für iPad, iPhone und iPod Touch gibt es erstens die App iPuxCam. Sie ist kostenlos in Apples App Store erhältlich und bietet fast alles, was man braucht. Es kann die Kamera bewegt und Ton ein- und ausgegeben werden. Die App ist leider nur in Englisch zu haben und unterstützt keine vordefinierten Kamerapositionen, aber das ist bei einer gratis App sicherlich zu verschmerzen. Das Design und die Bedienbarkeit der App würde ich als gut bezeichnen.
    PEARL selbst empfiehlt die Somikon IP Cam-App, die mittlerweile durch die Somikon IP Control ersetzt wurde. Auch diese App gibt es nur auf Englisch, sie kostet jedoch 3,99 EUR bzw. 5.00 SFr. Dafür unterstützt sie aber auch die als Presets vordefinierten Positionen der Kamera und man kann die Event-Sensoren aktivieren und deaktivieren. Auch können mehrere Kameras gleichzeitig eingerichtet und nebeneinander angezeigt werden. Zusätzlich kann das Kamerabild querformatig in Vollbildansicht angezeigt werden. Das Design und die Bedienbarkeit sind sehr gut.




    Für Android empfiehlt sich die kostenlose App Net Eye Camera. Sie ermöglicht ebenfalls das Einrichten mehrerer Kameras und das gleichzeitige Anzeigen dieser. Die Audiofunktion und das automatische Partoullieren werden unterstützt. Auch hat die App ein eigenes Widget und es werden Vollbild-Ansichten unterstützt. Leider ist diese App auch nur Englisch und das Design etwas gewöhnungsbedürftig. Viele, sehr bunte Icons und Buttons sehen etwas merkwürdig aus und erklärten sich mir nicht von selbst.


    Unter Windows Phone 7 ist die derzeit beste App für diese Kamera IP Cam Controller von Jerry Huang, an den hier en herzliches Dankeschön geht für die Unterstützung bei dieser Review und den herovrragenden technischen Support für seine App.
    IP Cam Controller ermöglicht es ebenfalls, mehrere Kameras einzurichten und nebeneinander anzuzeigen. Die Kontrolle der Motoren erfolgt hier über einfaches Wischen in die Richtung, in die man die Kamera bewegen möchte, oder Tippen auf den Bildschirm, um diesen Bereich ins Zentrum zu rücken. Damit ist diese, leider nur auf Englisch zu habende App, sehr intuitiv und leicht zu bedienen. Presets werden nicht unterstützt und die Audiofunktionen auch noch nicht, Jerry Huang arbeitet jedoch daran letzteres in einer kommenden Version anzubieten. Das Design der App fügt sich sehr schön ins Metro-Design von WP7 ein. Ein toller, zusätzlicher Dienst von Jerry Huang ist es, dass man die Konfiguration direkt aus der App verchlüsselt bei ihm auf dem Server sichern und wieder zurückspielen kann, und das kostenlos. IP Cam Controller ist im Windows Phone Marketplace für EUR 3,99 bzw. 4.49 SFr. zu kaufen.




    Natürlich gibt es noch andere Apps unter Android, iOS und Windows Phone 7, die eine Verwendung dieser Kamera ermöglichen. Für Hinweise sind wir hier wie immer sehr dankbar.

    Preis
    PEARL verkauft die Kamera unter der Nummer PX-1179 für 189,90 EUR bzw. 279.90 SFr. Bei Amazon ist die Kamera für 229 EUR zu haben. Für IP-Kameras mit einer derartig grossen Funktionalität ist der Preis jedoch angemessen.

    Zusammenfassung
    Mit der 7Links RoboCam III kann man einfach eine automatische Videoüberwachung realisieren. Dank MPEG4 und MJPEG-Kompression ist sie mit jedem gängigen Browser benutzbar. Die Servos des Kamerakopfs sind sehr leise und so fallen Bewegungen der Kamera, die so einen sehr grossen Bereich abdecken kann, kaum auf. Toll realisiert ist der Nachtsichtmodus, wo die Kamera dank der sieben IR-LEDs und des CMOS-Sensors ihre Stärken zeigen kann. Die drei verschiedenen (Zeit-, Bewegungs- und über den GPIO-Eingang gesteuerten) automatischen Auslöser (Events) sind recht intuitiv Konfigurierbar und ermöglichen vielseitige Überwachungsmöglichkeiten. Toll auch, dass diese Überwachung ebenfalls Zeitgesteuert aktiviert oder deaktiviert werden kann. Die vier Speicher- und Upload-Optionen der Kamera (USB-Datenträger, Windows Datei- und Ordnerfreigabe (SMB) Netzlaufwerk, FTP-Server, E-Mail) lassen auch kaum Wünsche offen. Schade nur, dass das Webinterface nur auf Englisch ist und dass das Java Applet nicht genau so viele Funktionen wie das Active X Pendant bietet. Das lokale Speichern aus dem Browser würde man sicherlich auch im Firefox, Chrome oder Safari verwenden können. Es geht dank des Work-Arounds mit dem Parameter (siehe oben) zwar, aber man sieht das Bild hierbei nicht im Browser.
    Die GPIO-Anschlüsse runden diese IP-Kamera wirklich gelungen ab. Ein einfacher Kontaktschalter an einer Tür etwa kann damit als Auslöser genutzt, eine Schreibtischlampe als Scheinwerfer durch die Kamera selbst eingeschaltet werden. Die Möglichkeiten sind hier sehr vielseitig.
    Die Nutzbarkeit unterwegs mit dem Smartphone oder Tablet hängt einerseits vom mobilen Betriebssystem und der darauf verfügbaren App ab, ist aber generell sehr hoch. Jedes der drei populären Betriebssysteme bietet Apps, die, kostenpflichtig oder gratis, fast alle bis vollständig die Funktionen der Robo Cam III ausschöpfen können.

    Fazit
    Die RoboCam III von 7Links ist eine vielseitig einsetzbare und gut ausgestattete IP-Kamera zu einem wirklich vertretbaren Preis. Die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen und die Nutzung mit Smartphones und Tablets funktioniert ebenfalls einwandfrei.


    Pro Contra
    Mitgelieferte Wand- und
    Deckenhalterung
    3gp Video nur sehr klein
    Bis zu 30 Bildern pro Sekunde Leicht verwaschenes Bild
    Grosses Blickfeld (330°x105°) Webinterface nur Englisch
    GPIO-Anschlüsse Kein SFTP oder SMTPS
    Guter Nachsichtmodus Nur manueller,
    mechanischer Fokus
    Gute Bildempfindlichkeit
    Verschiedene Auslöse-
    Ereignisse konfigurierbar
    Audio In- und Out
    Verschiedene Speicheroptionen
    für Bilder und Videos
    Preis/Leistung


    Kommentare 24 Kommentare
    1. Avatar von hallerstephan
      hallerstephan -
      Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich meine, dass ARP (Schweiz) den selben Artikel vertreibt (zwar etwas teurer).

      http://www.arp.com/b2c_arp/shop-CHDE10/ARP-Netzwerkkamera-MP-WLAN-RJ45-PT.do;jsessionid=(J2EE8375100)ID0931015650DB110506 35359433629049End;saplb_*=(J2EE8375100)8375150?are a=002_001_003_002&product=834702&query=netzwerkkam era

      Da benutze ich unter Android die App "tinyCam Monitor"
    1. Avatar von yjeanrenaud
      yjeanrenaud -
      Danke für die Blumen und die Hinweise. Ja, das ist wohl die gleiche Kamera. Sie wird auch noch von Airlink (Englisch) produziert. tinyCam Monitor sieht interessant aus.
    1. Avatar von pidiboy
      pidiboy -
      Hi
      Super Artikel, hast du die Robocam wirklich mit Somikon IP Control in betrieb?
      Ich habe nur einen Strich auf meinem Ipone und der Support von Pearl ist überfordert
      Alle anderen Cams funktionieren perfekt mit Somikon IP Control

      Grüsse Pit
    1. Avatar von taga
      taga -
      Hallo
      Ich habe die 7Links IPC-710IR Kamera. Heute habe ich die App "Somikon IP Control" auf meinem IPhone heruntergeladen. Jedoch lädt und lädt und lädt es die ganze Zeit nur, aber Bild wird keins angezeigt... Kennt ihr dieses Problem? Was mache ich falsch???

      Danke.
      taga


      Zitat Zitat von pidiboy Beitrag anzeigen
      Hi
      Super Artikel, hast du die Robocam wirklich mit Somikon IP Control in betrieb?
      Ich habe nur einen Strich auf meinem Ipone und der Support von Pearl ist überfordert
      Alle anderen Cams funktionieren perfekt mit Somikon IP Control

      Grüsse Pit
    1. Avatar von yjeanrenaud
      yjeanrenaud -
      Bist du im WLAN mit der Kamera oder verbindest du dich von "aussen"?
      Mit der kostenlosen PocketPC.ch App von meinem LG-E900 aus geschrieben.
    1. Avatar von taga
      taga -
      Also die Kamera ist jetzt im WLAN. Ich habe mit dem IPhone beides schon versucht. Beides geht nicht. Nach langem Laden erscheint auch dieser Balken.
      Was ich auch gerne wissen würde, wie ich von ausserhalb vom PC aus auf die Cam zugreifen kann. Jetzt gehe ich ja mit der IP rein, aber wie mache ich es von ausserhalb?
    1. Avatar von yjeanrenaud
      yjeanrenaud -
      Du brauchst einen dynamischen dns, etwa bei no-IP.com ist das gratis. Da kannst du einen Namen wie meinekamera.no-IP.com registrieren, der IP-cam sagen, sie soll den Dienst immer aktualisieren und schon kannst du von aussethalb mit dem Namen statt der IP rein
      Mit der kostenlosen PocketPC.ch App von meinem LG-E900 aus geschrieben.
    1. Avatar von taga
      taga -
      ok, das hört sich schon mal super an. Dann versuche ich das doch gleich! Vielen Dank schon mal.

      ---------- Hinzugefügt um 12:00 ---------- Vorheriger Beitrag war um 11:10 ----------

      Es läuft!!!! Jupiehhhhh!!! Vielen Dank!

      Nur mit dem Iphone bring ichs noch nicht hin, wobei ich da ja jetzt auch vom Internet her zugreifen kann (nö geht nicht. Da leitet er mich immer zum Router), aber wozu hab ich dann diese "teure" App herunterladen müssen???

      Kannst du mir da evtl. helfen?
    1. Avatar von yjeanrenaud
      yjeanrenaud -
      ich hab leider kein iPhone zur Hand. Kontaktiere doch den Hersteller der App mal, die sind meist sehr hilfsbereit
    1. Avatar von taga
      taga -
      Ok. Ja, hab ich schon getan. Dauert wohl eine Weile, bis ich da Antwort bekomme. Vielen Dank nochmals !
    1. Avatar von Oergend
      Oergend -
      Hallo und guten Abend, ich habe die PX-1179-675 aber keine Software hierfür. Bei Pearl kann man nur die Bedienungsanleitung downloaden. Hat jemand einen hilfreichen Tip, wie oder wo ich die
      Software zur Installation bekommen kann?
      vielen Dank im Voraus
    1. Avatar von yjeanrenaud
      yjeanrenaud -
      pearl support anschreiben. die haben bestimmt die CD als image
    1. Avatar von Oergend
      Oergend -
      Zitat Zitat von yjeanrenaud Beitrag anzeigen
      pearl support anschreiben. die haben bestimmt die CD als image
      vielen Dank für die schnelle Antwort, jedoch kann Pearl die CD nicht liefern, da sie nur Vertrieb und nicht Hersteller sind
      Gibt es vielleicht noch eine Möglichkeit ?

      Danke im Voraus
      Oergend
    1. Avatar von yjeanrenaud
      yjeanrenaud -
      ach so. nun, ich kann sie dir in eine image-datei packen. muss nur in den Keller dazu, bis heute abend stell ich sie dir bereit.
    1. Avatar von Oergend
      Oergend -
      Zitat Zitat von yjeanrenaud Beitrag anzeigen
      ach so. nun, ich kann sie dir in eine image-datei packen. muss nur in den Keller dazu, bis heute abend stell ich sie dir bereit.
      das wäre wirklich super nett, vielen Dank

      Oergend
    1. Avatar von Oergend
      Oergend -
      Super, Super, Super, vielen Dank für die Hilfe, hat hervorragend funktioniert.


      Oergend
    1. Avatar von ZOLDI
      ZOLDI -
      Super Bericht,
      war heute den ganzen Tag am Robocam Berichte surfen. Im Handbuch fehlt irgendwie der Leitfaden, was hier in Wort und Bild (auch mit Beispielen ausgefüllt) zu finden ist. Eines habe ich aber noch immer nicht gefunden, wie stelle ich ein Snapshot auf eine Homepage. Es geht alles nur via Einloggen, was an und für sich (sagen wir mal um den Stream zu sehen) auch ok ist.
      Der ftp Upload ist dazu auch nicht geeignet er erstellt stets neue jpg-Dateinamen.
      PS: bei mir handelt es sich um die Robocam 4
      Besten Dank im voraus für einen Snapshot Code.
    1. Avatar von yjeanrenaud
      yjeanrenaud -
      Du könntest si etwas wie http://www.jasonslater.co.uk/2008/07...e-in-a-folder/ nehmen.
      Mit der kostenlosen PocketPC.ch App von meinem LG-E900 aus geschrieben.
    1. Avatar von ZOLDI
      ZOLDI -
      Danke für die Antwort,
      das ist ein Ansatz den es zu testen gilt, obwohl der ftp-upload zu den verschiedenen Dateinamen zusätzlich noch Tages- und Stundenordner erstellt. Es ist halt etwas widersprüchlich wenn alle 3 Tage mal jemand auf der Seite vorbei schaut und man im Minuten / 5min / ...min Takt Bilder (MB´s) über das Netz schiebt.


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