• Vorsicht beim Nutzen von Versicherungs-Apps

    Die erste App auf dem Markt vom KFZ-Versicherer AXA
    Viele grosse Dienstleister entwickeln inzwischen für ihre Kundinnen und Kunden Apps auf den verschiedensten Plattformen. Dazu gehören seit letztem Jahr nun auch die grossen Versicherer, welche durch einen modernen Auftritt, auch auf dem Smartphone, beeindrucken wollen.

    Diese spezielle Bemühung der Versicherer, den Kundenkontakt durch neue Medien, wie den Smartphone-Apps, zu verbessern, wird von grossen Verbraucherzeitschriften, bei Kfz-Versicherungen im Vergleich meist nicht berücksichtigt, obwohl es gerade hier um die Bemühungen der Assekuranzen um eine möglichst gute Kundenbindung geht.
    Wie gut oder wie schlecht sie das nun umsetzen, lässt sich anhand der verschiedenen Versicherungs-Apps feststellen. Sie alle sollen den Alltag der Kundschaft erleichtern und im Falle eines Unfalls behilflich sein.

    Diese Apps wirken super praktisch und sind kostenlos für Android, iOS oder Windows Phone 7 herunterzuladen. Als erstes Versicherungsunternehmen stellte die AXA Group 2010 eine dieser sogenannten Pannen-, Unfall-, oder Kfz-Schadens-Apps zur Verfügung. Die Anderen wie etwa HUK-Coburg oder die Allianz zogen dieses Jahr nach. Alternativ zu diesen offiziellen Apps seien noch die unabhängigen Unfallhelfer wie etwa der ADAC Nothelfer erwähnt.
    Es gibt bei der Benutzung der Versicherungs-Apps allerdings einiges zu beachten, wenn man nach einem Unfall nicht ohne Entschädigung durch die
    Versicherung da stehen möchte.

    Funktionsumfang der Apps
    Sollte man trotz aller Vorsicht doch einmal in einen Unfall verwickelt werden, kann einem eine solche App durchaus nützen. Gemeinsam ist allen eine schnelle und unkomplizierte Hilfe in einer solchen Stresssituation durch Bereitstellung aller wichtiger Servicerufnummern der eigenen Kfz-Versicherung und den Notrufnummern.
    Einige Apps, zum Beispiel die der HUK-Coburg, bieten noch zusätzliche Funktionen wie etwa die Aufnahme und Weiterleitung des Schadens an die Versicherung direkt vom Smartphone aus. Es ist zusätzlich auch noch möglich, ein Foto des Schadens mit zuschicken. Doch genau hier ist Vorsicht geboten.
    Es klingt verlockend sich durch das einfache Eingeben des entstandenen Schadens in eine Maske direkt auf dem Smartphone den Papierkram und etliche Formulare der Versicherung, die per Post verschickt werden müssten, zu sparen.

    Achtung nach dem Unfall
    Man sollte sich aber mehrmals überlegen, ob man die von den Versicherungen angebotenen Apps auch zur Schadensberichterstattung an den Versicherer nutzt. Kommt es hierbei in der Stresssituation des Unfalls zu fehlerhaften oder auch nur unvollständigen Angaben, bleibt man wohl möglich auf den Kosten sitzen!
    Das meint auch Arno Schubach vom Deutschen Anwaltsverein und Fachanwalt für Versicherungsrecht:

    "Schadensmeldungen sollten mit Bedacht ausgefüllt werden, das ist in der Stresssituation am Unfallort nicht möglich."

    Im schlimmsten Fall zahlt der Versicherer aufgrund eines Angabenfehlers den Schaden nicht.
    Das Feedback der App-User ist gemischt. Es wird das angesprochene Problem der nur oberflächlichen Schadensweiterleitung bemängelt. Positiv hervorgehoben wird aber die übersichtliche Aufmachung und die schnelle Erreichbarkeit aller wichtiger Telefonnummern im Schadensfall.
    Aber nicht nur die Kundinnen und Kunden sehen dieses Problem, auch eine Sprecherin der VHV sagt:

    "Es gehe nur darum, dass der Kunde über die App sofort Kontakt zum Versicherer aufnehmen kann, damit ihm geholfen wird."

    Für Smartphone User ist eine solche App also auf jeden Fall empfehlenswert um im Schadensfall wichtige Rufnummer sofort griffbereit zu haben. Danach sollten diese Apps aber nur noch als Gedächtnisstütze genutzt werden und das endgültige Abschicken eines Schadensberichts an die Versicherung tunlichst vermieden werden.



    Was haltet ihr von Versicherungs-Apps? Habt ihr solche schon mal im Ernstfall benutzt?
    Kommentare 6 Kommentare
    1. Avatar von Ahab
      Ahab -
      Es gibt für alles eine App. Aber irgendwo hörts auch auf...
    1. Avatar von One
      One -
      Warum sollte es irgendwo aufhören? Ne Versicherunngs-App hat bestimmt nen deutlich sinnigeren Zweck, als Furz-, Wallpaper oder 1 Million RSS-Apps die mittlerweile alle App-Stores fluten.
    1. Avatar von MrEnglish
      MrEnglish -
      Das stsimmt, grundsätzlich ist das doch eine tolle Idee. Die frage ist nur, wie die Versicherungen damit umgehen. Würden sich die Berichte die man vor Ort abschickt z.B. noch nachträglich ergänzen lassen wäre das für den Kunden wesentlich sinnvoller.
    1. Avatar von trve_Charon
      trve_Charon -
      @One: Danke --- @MrEnglish: genau so hab ich grad auch gedacht. --- Bei mir im Auto liegt ein Briefumschlag mit "Unfall-Soforthilfe-Informationen", da stehen auch alle Informationen wie Telefonnummern und To-Do's drin. Zusätzlich noch n Kärtchen mit n paar Grundlegenden Informationen, die man dem Unfallgegner geben kann, so dass er gleich zugriff auf alle wichtigen Informationen hat, sofern die Versicherung Kenntnis von einem Schaden hat. Ergo brauch ich so ne App nicht. Ein "Nice to have" wärs trotzdem. Besonders, wenn man nachträglich noch was korrigieren könnte wie es MrEnglish schon vorschlägt Alles in nem Fristgerechten Rahmen natürlich...
    1. Avatar von Ahab
      Ahab -
      Jaja, schön dass es so eine App gibt. Aber wozu, wenn die Akzeptanz so gering ist und man, um auf Nummer sicher zu gehen, letztendlich doch noch Papierkram wälzen muss?

      Und nur mal nebenbei, Bier-/Zippo-/Furz-/New Kids-App sehe ich genauso als unsinnigen Schrott an.
    1. Avatar von yjeanrenaud
      yjeanrenaud -
      Das Problem ist ja eher, dass die Versicherer die App-Eingaben als schriftliche Stellungsnahme werten. Wenn du beim Unfall nur anrufst, ist das, was du da zum Unfallhergang erzählst, nicht so verbindlich wie das, was du in eine App eintippen würdest.


    Du betrachtest gerade Vorsicht beim Nutzen von Versicherungs-Apps von PocketPC.ch.